Zurück zu den Guides

Was kostet es, ein E-Auto zuhause zu laden? (2026)

Die Formel, echte Beispielrechnungen nach Strompreis und die drei Faktoren, die deine Ladekosten wirklich bestimmen — plus: wie du deinen echten Preis pro kWh misst.

Vergleich7 Min. Lesezeit11. Juli 2026

Die kurze Antwort

Bei einem typischen Haushaltsstrompreis von 0,34 €/kWh kostet eine komplette Ladung eines 75-kWh-Akkus rund 28 €, und 100 km kosten etwa 6,80 € — deutlich weniger als die ~12,80 €, die ein vergleichbarer Benziner auf derselben Strecke verbraucht. Wer 1.100 km im Monat fährt und überwiegend zuhause lädt, zahlt also grob 75 € im Monat für „Sprit". Dein echter Wert hängt von drei Faktoren ab — dazu gleich mehr.

Willst du direkt mit deinen eigenen Zahlen rechnen? Nutze unseren kostenlosen Ladekosten-Rechner.

Die Formel

Kosten pro Ladung = Akkukapazität (kWh) × Strompreis (€/kWh) ÷ Ladewirkungsgrad (~0,9)

Laden ist nicht verlustfrei: Eine Wallbox bringt etwa 88–92 % des gezogenen Stroms in den Akku. Deshalb teilst du durch ~0,9, um die Kosten am Zähler zu erhalten. Für die Kosten pro 100 km rechnest du einfacher mit dem Realverbrauch inklusive Ladeverlusten — bei den meisten E-Autos sind das rund 18–22 kWh/100 km.

Beispielrechnung nach Strompreis (20 kWh/100 km)

StromquellePreis/kWhKosten pro 100 kmVoll-Ladung (75 kWh)
PV-Überschuss~0,12 €2,40 €~10 €
Nachttarif / dynamischer Tarif~0,25 €5,00 €~21 €
Standard-Haushaltsstrom~0,34 €6,80 €~28 €
Öffentliche AC-Säule~0,59 €11,80 €~49 €
DC-Schnelllader~0,79 €15,80 €~66 €

Zum Vergleich: Ein Benziner mit 7,5 l/100 km liegt bei ~1,70 €/l bei 12,80 € pro 100 km. Die Tabelle zeigt die unbequeme Wahrheit: Wer überwiegend am DC-Schnelllader lädt, fährt teurer als mit Benzin. Der Ladeort-Mix entscheidet.

Die drei Faktoren, die wirklich zählen

1. Dein Tarif — und wann du lädst

Dynamische Tarife und Nachtstrom-Fenster können den Preis pro kWh um 30–50 % senken. Wer die Wallbox nachts lädt statt um 18 Uhr, spart bei 15.000 km/Jahr schnell 200–400 € — ohne Komfortverlust.

2. Dein Ladeort-Mix

Zuhause ist fast immer am günstigsten. Ein Monat mit zwei Urlaubsfahrten und viel Schnellladen sieht komplett anders aus als ein reiner Heimlade-Monat. Deshalb führen Pauschalwerte aus Online-Rechnern in die Irre — dein Mix ist individuell.

3. Der Realverbrauch deines Autos

WLTP-Angaben gelten für Ideal-Bedingungen. Winter, Autobahntempo und Vorklimatisierung treiben den echten Verbrauch um 20–40 % nach oben. Dein wahrer Preis pro Kilometer zeigt sich nur in deinen echten Ladedaten.

Schluss mit Schätzen: miss deine echten Kosten

Deine Wallbox kennt deine Zahlen bereits — LadeKosten liest sie aus:

  1. Wallbox verbinden (go-e Charger, Wallbox Pulsar, Tesla Wall Connector u. a.) — jede Session wird automatisch mit kWh erfasst.
  2. Stromtarif hinterlegen — Festpreis oder zeitvariabel. LadeKosten bepreist jede Ladung mit deinem echten Tarif.
  3. Dashboard lesen: Monatskosten, Gesamt-kWh und dein Durchschnittspreis pro kWh — die eine Zahl, an der du erkennst, ob deine Ladestrategie funktioniert.
  4. Trend beobachten: Auf Nachttarif umgestellt? Im Folgemonat siehst du den Durchschnittspreis sinken.

Und wenn du wissen willst, wie sich das gegen einen Verbrenner rechnet: EV vs. Verbrenner — was sparst du wirklich?

Fazit

Zuhause laden kostet mit Standardtarif rund 6–7 € pro 100 km, mit Nachtstrom oder PV deutlich weniger — und ist damit in fast jedem Szenario klar günstiger als Benzin. Entscheidend ist nicht der Durchschnittswert aus dem Internet, sondern dein Tarif, dein Ladeort-Mix und dein Realverbrauch. Rechne dein Szenario im Ladekosten-Rechner durch — oder lass LadeKosten deine echten Kosten automatisch mitschreiben.